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Alzheimer-Früherkennung per einfachem Bluttest

EU-finanzierte Forschung leistet Pionierarbeit bei der Entwicklung eines minimal-invasiven, graphenbasierten Instruments zur Erkennung der Alzheimer-Krankheit Jahre vor dem Auftreten von Symptomen.

Die Früherkennung der Alzheimer-Krankheit ist nach wie vor eine der drängendsten Herausforderungen der modernen Neurologie. Bei den derzeitigen Ansätzen, die sich auf teure bildgebende Verfahren oder invasive Analysen der Zerebrospinalflüssigkeit stützen, werden die Patientinnen und Patienten häufig erst in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert, in denen die Behandlung nur noch begrenzt wirksam ist. Das EU-finanzierte Projekt 2D-BioPAD(öffnet in neuem Fenster) adressiert diese kritische Lücke durch die Entwicklung eines Point-of-Care-Diagnoseinstruments, das die Früherkennung durch einen einfachen, weit weniger invasiven Bluttest ermöglicht.

Technologie auf Graphenbasis

Das Gerät basiert auf einem ausgefeilten elektrochemischen Biosensor aus Graphen, einem 2D-Material, das für seine außergewöhnliche Festigkeit und Leitfähigkeit bekannt ist. Durch den Einsatz spezifischer Aptamere – synthetische Moleküle, die so entwickelt wurden, dass sie sich exakt an Zielproteine binden – kann das Instrument mit einem winzigen Tropfen Blut gleichzeitig mehrere Biomarker identifizieren. Dadurch lassen sich Krankheitsindikatoren in weitaus geringeren Konzentrationen nachweisen als mit herkömmlichen Methoden. Das System ist für den Einsatz außerhalb von Fachkliniken konzipiert und ermöglicht die Diagnose im hausärztlichen Bereich und in kommunalen Gesundheitszentren. Das Ziel ist nicht, Hirnscans und Rückenmarkspunktionen zu ersetzen, sondern ein früheres Screening – und damit eine frühere Erkennung – zu ermöglichen, bevor Symptome auftreten und wenn die Behandlungen wirksamer anschlagen. „Die Erkennung möglicher Demenzerkrankungen ist wohlbegründet“, erklärt Vincent Bouchiat, CEO und Mitbegründer des französischen 2D-BioPAD-Projektpartnerunternehmens Grapheal, in einem auf der Website von „Horizon, The EU Research & Innovation Magazine“ veröffentlichten Artikel(öffnet in neuem Fenster). „Neue Alzheimer-Medikamente versprechen, das Fortschreiten der Krankheit zu verzögern, was natürlich einen großen Fortschritt darstellt.“

Die helfende Hand der KI

Ein entscheidendes Merkmal des Ansatzes von 2D-BioPAD ist die strategische Integration von KI zur Überwindung traditioneller Beschränkungen bei der Entwicklung von Biosensoren. Im Rahmen des Projekts wird maschinelles Lernen nicht nur für die Datenanalyse, sondern auch als grundlegendes Werkzeug in der Biosensordesignphase eingesetzt. Mittels KI werden Aptamer-Sequenzen für die Identifizierung spezifischer Biomarker-Targets, die schnellere Aptamer-Auswahl, die Eingrenzung des Aptamer-Kandidatenpools und für Vorhersagen zur Funktionalität bestimmter Aptamere in dem graphenbasierten Gerät genutzt. Ferner werden KI-Modelle zur Untersuchung von Verbesserungen bei der Herstellung des Biosensors eingesetzt. Im Fokus wird zunächst die Optimierung der Funktionalisierung stehen, wobei öffentlich verfügbare Daten und Beiträge von Technologiepartnerorganisationen genutzt werden, um auch das Potenzial für eine Verbesserung der Empfindlichkeit, des Fehlerniveaus und der Leitfähigkeit auszuschöpfen. Das Instrument von 2D-BioPAD offeriert vielfältige Vorteile. Die hohe Empfindlichkeit des Graphensensors sorgt vor allem dafür, dass die Krankheit erkannt werden kann, bevor eine signifikante kognitive Verschlechterung eintritt, so dass sich ein kritisches Zeitfenster für eine rechtzeitige wirksame Behandlung öffnet. Der minimalinvasive Charakter des Bluttests verringert überdies Ängste und Unbehagen unter der Patientenschaft. Da das Gerät tragbar und einfach zu bedienen ist, wird das Alzheimer-Screening von einem komplexen Verfahren im Krankenhaus zu einem Routinebestandteil der Primärversorgung, so dass die Belastung der Gesundheitssysteme sinkt und erheblich geringere Diagnosekosten absehbar sind. „Die Früherkennung wird für die Menschen nur dann realistisch sein, wenn sie einen kostengünstigen Gesundheitsdienst darstellt und für die Patientinnen und Patienten schmerzlos und einfach abläuft“, erklärt Aristeidis Bakandritsos, ein leitender Forscher am tschechischen Institut für fortgeschrittene Technologie und Forschung, das zum Projektkoordinator, der Palacký-Universität Olmütz in Tschechien, gehört. Mit laufenden Pilotstudien in Deutschland, Griechenland und Finnland verspricht 2D-BioPAD (Supple Graphene Bio-Platform for point-of-care early detection and monitoring of Alzheimer's Disease) eine wegweisende neue Alzheimer-Diagnose, die Hoffnung auf ein früheres Eingreifen und bessere Ergebnisse für die Patientenschaft bietet. Weitere Informationen: 2D-BioPAD-Projektwebsite(öffnet in neuem Fenster)

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