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Innovative blockchain traceability technology and Stakeholders’ Engagement strAtegy for boosting Sustainable sEafood visibility, social acceptance and consumption in Europe

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Transparenz als Ziel: Rückverfolgbarkeit von Meereserzeugnissen von der Fischerei bis auf den Tisch

Digitale Rückverfolgbarkeit auf Blockchain-Basis sorgt dafür, dass die Lieferketten für Fisch und aus dem Meer stammende Lebensmittel in Europa transparent und überprüfbar werden, damit nachhaltige Erzeugung belohnt wird und sich die Verbraucherinnen und Verbraucher in verantwortungsbewusst entscheiden können.

Der europäische Sektor der Fischereierzeugnisse ist einer der am stärksten regulierten der Welt, doch die Rückverfolgbarkeit stellt sich nach wie vor uneinheitlich dar. Verbraucherinnen, Verbraucher und Unternehmen benötigen verlässliche Informationen über die Produkte entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Meeresprodukte. Neben den sozioökonomischen Vorteilen steht die obligatorische digitale Rückverfolgbarkeit gemäß der EU-Verordnung 2023/2842(öffnet in neuem Fenster) vor der Tür. Das Team des EU-finanzierten Projekts Sea2See(öffnet in neuem Fenster) reagierte darauf mit der Entwicklung einer Ende-zu-Ende-Blockchain-Rückverfolgbarkeitsplattform für die Wertschöpfungskette von Meereserzeugnissen, in Kombination mit der Einbindung von Interessengruppen, Instrumenten zur Sensibilisierung der Verbraucherinnen und Verbraucher und Nachhaltigkeitsbewertung.

Blockchain-basierte Rückverfolgbarkeit von Meeresprodukten mit Markteffekten

Projektkoordinator Carlos Mazorra de Quero von Smartwater Planet erläutert: „Die Kerninnovation von Sea2See ist die digitale Rückverfolgbarkeitsplattform, die Blockchain-Technologie als fälschungssicheren, gemeinsamen digitalen Aufzeichnungsweg nutzt und jeden Schritt auf dem Weg eines Meeresprodukts vom Fischfanggebiet oder von der Farm über die Verarbeitung und den Transport bis hin zum Einzelhandel protokolliert.“ Die Plattform integriert automatisch die kontinuierlich gesammelten Farmdaten über Wasserqualität, Fütterung und Produktionsbedingungen aus realen Aquakultur-Managementsystemen. Nachhaltigkeitsindikatoren werden in Echtzeit aufgezeichnet und können nicht verändert werden. „Sea2See sorgt erstmalig dafür, das verifizierte, reale Nachhaltigkeitsdaten über die gesamte Meeresproduktwertschöpfungskette zu Verfügung stehen“, betont Mazorra de Quero. Auf getrennten Dashboards für aktiv in der Wertschöpfungskette Tätige und die Verbrauchsseite werden Rückverfolgbarkeitsdaten und Nachhaltigkeitsindikatoren kombiniert, wobei die Verbraucherinnen und Verbraucher über eine einfache App Zugriff auf die verifizierten Informationen erhalten. Diese Transparenz hat einen beabsichtigten Markteffekt. Verantwortungsbewusste Erzeuger erhalten einen glaubwürdigen, datengestützten Nachweis über ihre Praktiken, der ihnen dabei hilft, ihre Produkte zu differenzieren und Zugang zu höherwertigen Märkten zu erhalten. Gleichzeitig wird es schwieriger, nicht nachhaltige oder nicht konforme Praktiken zu verschleiern. Aufgrund dessen könnten die Wettbewerbsbedingungen für verantwortungsbewusste kleine Betriebe verbessert sowie gleichzeitig das traditionelle Wissen, die lokale Lebensmittelkultur und das kulinarische Erbe aufgewertet werden.

Demonstrationen in der europäischen Fischerei, Aquakultur und bei Importeuren

Im Rahmen von fünf reale Demonstratoren, die die europäischen Wertschöpfungsketten für aus dem Meer stammende Lebensmittel abdecken, wurden die digitalen Rückverfolgbarkeitsinstrumente von Sea2See erprobt. „Bei der Oktopusfischerei an der Algarve(öffnet in neuem Fenster) in Portugal, wo der Tintenfisch eng mit der lokalen Gastronomie, der Küstenkultur und dem Ökotourismus verbunden ist, ging es um Lücken in der Rückverfolgbarkeit, darunter auch unlautere Wettbewerbspraktiken“, berichtet Mazorra de Quero. Eine Broschüre und eine Rezeptsammlung würdigen das kulturelle Erbe in Bezug auf das Produkt, wobei Transparenz als Mehrwert für die Küstengemeinschaften hervorgehoben wird. Ein Meereskäfig-Zuchtbetrieb für Seebrasse und Seebarsch in Griechenland, ein kleiner Forellenerzeuger in Spanien und ein Adlerfischerzeuger in Portugal, die ein nachhaltiges Kreislauf-Aquakultur-System nutzen, integrierten ihre Aquakulturmanagementsysteme in die Sea2See-Blockchain-Plattform, um spezifische Herausforderungen zu meistern. Ein Importeur von Thunfischkonserven aus Ecuador und Peru testete, ob die Plattform zuverlässige Informationen über Herkunft, Arten, Fanggebiete, Lieferanten und Nachhaltigkeit entlang komplexer internationaler Lieferketten bereitstellen kann.

Vom Compliance-Instrument zum Wettbewerbsvorteil

Die Arbeit des Projekts Sea2See hat verdeutlicht, dass Erfolg nicht nur von der Technologie abhängt, sondern auch vom Engagement der Interessengruppen, vom Verständnis der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie von der Bereitschaft zum digitalen Wandel. Digitale Rückverfolgbarkeit schafft nur dann einen Mehrwert, wenn die Informationen für alle Nutzenden einfach und aussagekräftig sind, wodurch eine stärkere Ausrichtung auf Schulung und Kommunikation als ursprünglich geplant erforderlich wird. Die Öffentlichkeitsarbeit wurde durch die Zusammenarbeit mit dem EU-finanzierten Projekt FishEUTrust bei Veranstaltungen zum Thema „Aus dem Meer auf den Teller“ im Rahmen der Ozeandekade der Vereinten Nationen sowie bei den Europäischen Meerestagen der Mission „Wiederbelebung unserer Ozeane und Gewässer“ ausgeweitet. „Über die Compliance hinaus hat sich die Plattform als wertvoll für die Vertrauensbildung entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Meereserzeugnisse und als praktisches Managementinstrument erwiesen. Sie ermöglicht eine Früherkennung von Problemen in der Produktion, eine bessere betriebliche Entscheidungsfindung sowie neue Geschäftsmöglichkeiten“, fasst Mazorra de Quero zusammen. Dank der Arbeit von Sea2See wurden Blockchain-Rückverfolgbarkeit, Aquakulturüberwachung, Lebenszyklusbewertung, Schadstoffanalyse und Verbraucherbeteiligung in einem einzigen funktionierenden System zusammengefasst. Damit wird sowohl der Forschungsgemeinschaft als auch der Industrie ein skalierbares, replizierbares Modell für den Aufbau von Vertrauen, Nachhaltigkeit und Resilienz im Sinne von Europas Zukunft in Bezug auf die aus der dem Meer stammenden Lebensmittel geboten.

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