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I - Neuer Ansatz für Zuchtfisch

Von der Präventivmedizin bis hin zu alternativen Futtermitteln: Diese Projekte beschleunigen die nachhaltige Fischerzeugung und sorgen somit für mehr Resilienz in dieser Branche.

Die Fischzucht bildet das Herzstück des EU-Aquakultursektors und trägt einen erheblichen Anteil zum jährlichen Aquakulturertrag der EU bei. Da der Sektor weiter wächst, bietet sich die Chance, Fischgesundheit und Zuchtpraktiken weiter zu optimieren, was insbesondere in Umgebungen gilt, in denen die Bestände anfälliger gegenüber Krankheiten sein können. Damit wird die Innovation in der Fischzucht vorangetrieben, wobei zunehmend Anstrengungen unternommen werden, die Abhängigkeit von Antibiotika zu verringern und nachhaltigere Konzepte zu entwickeln, die die Tiergesundheit fördern, die Umwelt schützen und auf Bedenken hinsichtlich Lebensmittelsicherheit und antimikrobieller Resistenzen eingehen. Die Projekte Cure4Aqua und IGNITION tragen dazu bei, dass die Fischerzeugung von Antibiotika unabhängig wird. Mit beiden wird der Schwerpunkt weg von der reaktiven Behandlung von Erkrankungen hin zur Krankheitsprävention verlagert. In diesen Projekten werden nicht nur biobasierte Alternativen zu Antibiotika entwickelt, sondern auch selektive Züchtung und neue Diagnostiktechnologien angewandt, um Ausbrüche zu verhindern und einen gesünderen, nachhaltigeren Ansatz für die Fischzucht zu gewährleisten.

Protein-Revolution in der Aquakultur

Fisch heranzuziehen erfordert außerdem große Mengen an Futter. Die heutigen Futtermittelzutaten stammen größtenteils aus Beifängen der industriellen Fischerei und aus Soja und diese Proteinquellen müssen in einigen Fällen jeweils mit Überfischung und Entwaldung in Verbindung gebracht werden. Das Interesse an nachhaltigen alternativen Zutaten nimmt stetig zu. Das Team des Projekts AquaPekilo schlägt Aquakulturfutter auf Pilzbasis vor, während innerhalb des Projekts InnovaFeed das Potenzial von gezüchteten Insekten untersucht wird. Beide demonstrieren, dass alternative Proteine vielversprechend sind, da sie ähnliche ernährungsphysiologische Vorteile wie die üblichen Futtermittelzutaten bieten, jedoch mit geringeren wirtschaftlichen und ökologischen Kosten einhergehen.

Potenzial der ökologischen Aquakultur ausnutzen

Während Krankheitsprävention und alternative Futtermittel zwei Teile des Nachhaltigkeitspuzzles in der Aquakultur bilden, birgt die ökologische Fischzucht das Potenzial, diese Teile miteinander zu verbinden. Die Ziel der Projekte EUAqua.Org und SelectOrganic tragen dazu bei, dieses Potenzial in die Praxis umzusetzen. Beide Projekte widmen sich der optimierten ökologischen Zucht von Fischarten wie Atlantischem Lachs, Europäischem Wolfsbarsch und Regenbogenforelle, wobei ein Portfolio aus digitalen Lösungen, Reproduktionstechnologien und selektiven Zuchtprogrammen erarbeitet wird, um die ökologische Aquakulturproduktion in Europa zu steigern.

Zukunftsfähige Fischerzeugung

Zwar stand die Fischproduktion schon immer im Mittelpunkt des Erfolgs von Europas Aquakultur, doch die Steigerung ihrer Nachhaltigkeit bildet den Schlüssel, um den Sektor angesichts der bevorstehenden Herausforderungen zukunftssicher werden zu lassen. Dank der innovativen Lösungen, die innerhalb der in diesem Kapitel vorgestellten Projekte kreiert werden, sieht diese Zukunft zunehmend resilient und vielversprechend aus.