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Intelligente Stromnetze: Europas Forschungsinfrastruktur wird verknüpft

Eine Gruppe aus führenden europäischen Forschungszentren will Europas Spitzenposition im Bereich intelligenter Stromnetze stärken und bietet dazu freien Zugang zu hochmoderner Forschungsinfrastruktur und Dienstleistungen für Forschende.

Energie

Ein effizienter Einsatz erneuerbarer Energie kann die Treibhausgasemissionen unserer Gesellschaft deutlich reduzieren und so die Folgen der Erderwärmung abmildern. Doch um dieses Potenzial ausschöpfen zu können, müssen neue Lösungen für Energiespeicherung, -nutzung und -überwachung gefunden werden. Dank Fortschritten in Automatisierung und Kommunikationstechnologie bewegen sich traditionelle Energiesysteme langsam in Richtung eines intelligenten Stromnetzes. Mit ihren integrierten nachhaltigen Bestandteilen wie intelligenten Stromzählern, erneuerbaren Ressourcen und intelligenten Geräten sparen intelligente Stromnetze Energie, senken Kosten und steigern Zuverlässigkeit und Effizienz. „Zwar ging es schon oft um die Validierung bestimmter Einzelaspekte von intelligenten Stromnetzen, doch ein ganzheitlicher und integrierter Ansatz für die Analyse und Evaluation solch komplexer Systeme wurde bisher noch nicht entwickelt“, so Thomas Strasser, Senior Scientist am Austrian Institute of Technology, AIT. Dank der Arbeiten im EU-finanzierten Projekt ERIGrid könnte sich das bald ändern. Unter Leitung von Strasser und seinem Team am AIT hat das Projekt eine integrierte Forschungsinfrastruktur für intelligente Energiesysteme erarbeitet.

Zugang zu hochmoderner Forschung

In ERIGrid kommen 18 führende europäische Forschungszentren und -einrichtungen zusammen, um die technologische Entwicklung und die Markteinführung von Ansätzen, Lösungen und Konzepten für intelligente Stromnetze in Europa voranzubringen. Aus dem gesammelten Know-How und der Expertise der Beteiligten konnte das Team einheitliche Methoden, Konzepte und Verfahren für die Validierung von intelligenten Energiesystemen entwickeln. Dazu gehören ganzheitliche Testbeschreibungen, Testreihenkonzepte, Co-Simulation, Hardware in the Loop-Simulationen zur Prüfung auf Systemebene sowie Richtlinien für Energiesystemtests. „Hier bekommen Forscherinnen und Forscher im Bereich intelligenter Stromnetze einen zentralen Zugangspunkt zu modernster Forschungsinfrastruktur und -diensten. Damit stärken wir Europas technische Spitzenposition im Energiesektor“, erklärt Strasser.

Zugriff für länderübergreifende Nutzergruppen

ERIGrid hat bereits 73 länderübergreifende Nutzergruppen mit diesem Zugang unterstützt. Eine Gruppe aus Zypern hat beispielsweise in Echtzeit ein Photovoltaiksystem simuliert, das in das bestehende Stromnetz auf Zypern integriert werden soll. „Die Tests mit Echtzeitsimulationen sind für die Entwicklung des Stromsystems auf Zypern essenziell und ohne ERIGrid hätten wir diese Möglichkeit gar nicht gehabt“, ergänzt George Georghiou, Leiter des länderübergreifenden Projekts CYPRESS.

Die Arbeit geht weiter

Bisher haben insgesamt 175 Ingenieurinnen und Ingenieure sowie 20 Unternehmen von den ERIGrid-Lösungen profitiert, was auch über 1 000 Arbeitstage in den Labors des Projekts einschließt. Außerdem wurden im Projekt über 100 Artikel und Aufsätze veröffentlicht sowie zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten, Webinare und Tutorials angeboten. Im Nachfolgeprojekt ERIGrid 2.0 werden die Arbeiten jetzt weitergeführt. „Indem wir mit ERIGrid 2.0 virtuellen Zugang zu den Forschungseinrichtungen bieten, bringen wir die Ergebnisse aus dem ursprünglichen Projekt dem Ziel der intelligenten Energiesysteme noch näher“, so Strasser abschließend.

Schlüsselbegriffe

ERIGrid, intelligentes Stromnetz, Infrastruktur, erneuerbare Energie, Erderwärmung, Energiesektor, Energiebranche, Energiewirtschaft

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