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Länderspezifische Finanzierungsmechanismen für zukunftsfähige Investitionen in Energieeffizienz

Die Vielfalt der Hindernisse für Investitionen in Energieeffizienz in Europa erfordert länderspezifische Lösungen. Das Projekt E-FIX hat solche Lösungen entwickelt und sie in sechs Ländern in Zentral- und Osteuropa sowie der Kaukasus-Region getestet.

Energie

Die meisten Energieeffizienzprojekte in Europa sehen sich mit Hindernissen konfrontiert, doch die Art dieser Hürden variierte je nach Land. Während bei manchen der rechtliche und behördliche Rahmen für wirksame Energiefinanzierungsmechanismen fehlt, mangelt es bei anderen an der Sensibilisierung von potenziellen Endnutzenden. Manche verfügen nicht über die notwendigen Fachkräfte für Energieeffizienzfinanzierungen, während andere von günstigen Preisen für fossile Brennstoffe profitieren, die saubere Energie schlichtweg unattraktiv machen. Das Projekt E-FIX (Developing and transferring an innovative Energy FInancing miX in order to activate private sector finance for increased investments in sustainable energy projects) wurde gegründet, damit diese Unterschiede Beachtung finden. Das Konsortium hat Interessengruppen in Armenien, Georgien, Kroatien, Österreich, Polen und Tschechien bei der Suche nach passenden, innovativen Finanzierungsmechanismen unterstützt. „Wir haben die wichtigsten Mechanismen bestimmt – Leasing, Energieleistungsverträge oder Crowdfunding – und in jedem Land Pilotprojekte durchgeführt“, sagt Andreas Karner, Teamleiter Energie & Umwelt bei ConPusUltra und Koordinator von E-FIX. Das Projektkonsortium hat in jedem Land drei Ziele verfolgt. Zum einen sollte eine Projektpipeline entstehen, die über 2020 hinaus bestehen bleibt. Zum anderen sollten Fachstellen für Energiefinanzierung eingerichtet werden. Diese Fachstellen werden das Fachwissen über Energieeffizienzfinanzierungen haben und gewährleisten, dass das Projekt auch nach Beendigung weiterläuft. Zuletzt hat das Team an nationalen Aktionsplänen gearbeitet, die auf Energieeffizienz und die verschiedenen verfügbaren Finanzierungsmechanismen aufmerksam machen. Im Fall von Georgien testet das Konsortium derzeit Energieeffizienz-Leasing. „Unser regionaler Partner hat einen umfassenden Mechanismus zum Leasing von Energieausrüstung entwickelt. Es handelt sich um ein Gesamtpaket, das dem Privatsektor Energieeffizienz und erneuerbare Ausrüstung zur Verfügung stellt. Leasing-Plattformen in Georgien werden professioneller und bieten allmählich eine breitere Palette an Finanzierungsmöglichkeiten“, erklärt Karner. Leasing wurde aufgrund des großen Marktpotenzials für den Test und die Einführung ausgewählt, obwohl es vorher noch nicht für Energieprojekte in Georgien in Betracht gezogen wurde. Das Team ermittelte verschiedene Arten wichtiger Pilotprojekte. Diese umfassen Baumaschinen und -geräte, Landmaschinen, Straßenbaumaschinen, mobile Produktionslinien, Transportmaschinen und Technologien für erneuerbare Energien. Insgesamt hat das Land bisher etwa 30 mögliche Pilotprojekte mit einem Gesamtinvestitionswert von geschätzten 5 Millionen EUR bestimmt.

Über die Projektdauer hinaus

In allen Ländern hat das Projektteam Interessengruppen dazu eingeladen, über die Situation des regionalen Energieeffizienzmarkts auf nationaler Ebene zu diskutieren. Gemeinsam wurden Herausforderungen, Lücken, Hürden sowie Chancen erkannt und ein länderspezifischer Bericht erstellt. „Unterm Strich würde ich sagen, dass das wichtigste Ergebnis die Entwicklung von Schulungsmaterial und die Ausbildung von Botschafterinnen und Botschaftern ist, die gewährleisten, dass das Fachwissen im Land gestärkt wird. Unsere Schulungsmodule umfassen Didaktik, Crowdfunding, Leasing, Energieleistungsverträge und Projektfinanzierung. Insgesamt haben sich schon 95 Botschafterinnen und Botschafter in unserer Botschafterplattform angemeldet“, fügt Karner hinzu. „Zusätzlich sind wir jetzt mit einer Reihe an Projekten für die einzelnen Instrumente in den sechs Partnerländern ausgestattet. Diese reichen von einem durch Crowdfunding finanzierten Sanierungsprojekt an der Internationalen Schule Wien bis hin zum Austausch des Heizsystems in der Gemeinde Nesselwitz in Polen durch Energieleistungsverträge.“ Das Team stellt derzeit den Aktionsplan auf Landesebene und einen europäischen Rahmenplan zu Energieeffizienzfinanzierungen fertig. Auf lange Sicht hofft Karner, dass innovative Finanzierungen für Energieeffizienzprojekte an Beliebtheit zunehmen. „Unser Projekt ermöglicht neue Entscheidungen der Politik, bildet eine Grundlage für Investitionen, baut Kapazitäten und Fähigkeiten auf und stößt Energieeinsparungen sowie die Produktion erneuerbarer Energie an. Wir erwarten Investitionen im Wert von mindestens 19 Millionen EUR, Energieeinsparungen von insgesamt 16 GWh/Jahr und eine Produktion erneuerbarer Energie von etwa 6,3 GWh/Jahr“, fasst er zusammen.

Schlüsselbegriffe

E-FIX, Energieeffizienz, Finanzierung, Armenien, Georgien, Kroatien, Österreich, Polen, Tschechien, Energieleistungsverträge, Leasing, Crowdfunding

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