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Affordable zero energy buildings

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Kostengünstigere Niedrigstenergiegebäude

Niedrigenergiegebäude könnten einen großen Beitrag zur Verkleinerung des CO2-Fußabdrucks Europas leisten. Aufgrund der Wahrnehmung des Marktes, dass diese Gebäude teurer sind, konnten nur schleppende Fortschritte erzielt werden. Mithilfe eines neuen Projekts soll das nun geändert werden.

Energie

Haushalte tragen wesentlich zu Treibhausgasemissionen bei. Besonders ältere, weniger energieeffiziente Gebäude schlagen hierbei zu Buche. Daher sieht die Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden der Europäischen Kommission vor, dass alle neu errichteten Gebäude ab 2021 Niedrigstenergiegebäude sein müssen – wirtschaftliche Gebäude mit einer sehr hohen Gesamtenergieeffizienz. „Damit wir als Gesellschaft unsere ökologischen und klimabezogenen Probleme lösen können, müssen wir die Energieeffizienz unserer Gebäude verbessern und den Niedrigstenergiebereich erreichen“, erklärt Joyce van den Hoek Ostende, Leiterin des Projekts AZEB und Koordinatorin bei DNA in de Bouw (Website auf Niederländisch) in den Niederlanden. Fortschritte wurden jedoch wesentlich langsamer erzielt als erwartet. Niedrigstenergiegebäude werden als teurer wahrgenommen als konventionelle Gebäude mit einem hohen Energieverbrauch. Daher verläuft die Umstellung nur langsam. „Die Investitionskosten für Niedrigstenergiegebäude sind tatsächlich meist noch höher, da zusätzliches Material benötigt wird und die Kosten für den Entwurf sowie die Risiko- und Fehlerkosten höher sind. Viele dieser Kosten könnten jedoch umgangen werden, wenn das verfügbare – allerdings noch nicht weit verbreitete – Wissen angewendet werden würde“, fügt sie hinzu. Sie erklärt weiter, dass Fachleute und Kundschaft ihre Entscheidungen und Vertragsvereinbarungen auch auf die Lebenszykluskosten stützen sollten. Normalerweise sind die Betriebskosten von Niedrigstenergiegebäuden wesentlich niedriger. So können die möglicherweise höheren Investitionskosten mittel- bis langfristig ausgeglichen werden. Im Rahmen des Projekts AZEB wurde eine vielseitige und einfach anwendbare Methodik und Rahmenstrategie zur Steigerung der Umsetzung der Niedrigstenergiegebäude entwickelt. Die ersten Ergebnisse waren vielversprechend. „Die Anwendung der Methodik oder sogar nur von Teilen davon hatte in den fünf Fallstudien, die im Rahmen des Projekts in verschiedenen europäischen Ländern durchgeführt wurden, einen deutlichen positiven Einfluss. Der Einfluss wurde durch eine verbesserte Energieeffizienz, geringere Lebenszykluskosten, eine verbesserte Umweltleistung, eine verbesserte Leistung in Bezug auf Aspekte der sozialen Nachhaltigkeit wie Gesundheit und Komfort sowie einen höheren Immobilienwert und eine höhere Auslastung deutlich“, so van den Hoek Ostende.

Die AZEB-Lösung

„Es gibt viele bewährte Lösungen, doch meist ist wenig über sie bekannt und sie schneiden eine Vielzahl von Wissensgebieten. Das erschwert es vielen Fachleuten, sich einen fundierten Überblick zu verschaffen sowie das relevante Wissen zu übernehmen und zu integrieren“, bemerkt sie. Im Rahmen von AZEB wurde dieses breite Informationsspektrum zu einer übersichtlichen Methode verdichtet. Die Methode ist über eine kostenlose Online-Lernumgebung verfügbar, über die Branchenfachleute Zugriff auf Schulungsmaterial und -mittel haben. Diese unterstützen sie, das Ziel kostengünstiger Niedrigstenergiegebäude zu erreichen. Die Methodik von AZEB umfasst 17 Schritte einschließlich der Initiierung, des Entwurfs, des Baus und des Betriebs des Gebäudes. Jeder Schritt ist in die erforderlichen Entscheidungen und Maßnahmen untergliedert. Der Schwerpunkt liegt auf drei Schlüsselelementen: Qualitätssicherung, Beschaffung und integrierte Projektabwicklung.

Verbesserung der Methodik

Das Team plant derzeit weiterführende angewandte Forschungsprojekte in ganz Europa, angefangen in Bulgarien und den Niederlanden. Sie hoffen, durch Quantifizierung des Einflusses der AZEB-Methodik, der im Rahmen der Niedrigstenergiegebäudeprojekte verzeichnet wurde, das Marktinteresse an der Methode weiter zu steigern. „Zusätzlich zur angewandten Forschung und den verfügbaren kostenlosen Online-Schulungsmaterialien organisieren wir Schulungen in Echtzeit und Beratungen für Organisationen zur Umsetzung der AZEB-Methodik in deren Projekten“, sagt van den Hoek Ostende.

Schlüsselbegriffe

AZEB, Niedrigenergiegebäude, Niedrigstenergiegebäude, Wohnungsbau, Emissionen, Methodik

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