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Transition paths to sustainable legume based systems in Europe

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Nachhaltige Landwirtschaft durch lokale Hülsenfrüchte ausweiten

Die europäischen Agrar- und Lebensmittelsysteme müssen sich diversifizieren, um nachhaltiger zu werden. Einem EU-Projekt zufolge ist ein erster Schritt die Förderung des Anbaus und Verzehrs heimischer Hülsenfrüchte.

Lebensmittel und natürliche Ressourcen

Lebensmittelsysteme bergen einen beträchtlichen CO2-Fußabdruck, der ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen ausmacht. Es ist daher dringend erforderlich, den Sektor nachhaltiger zu gestalten. Winzige Hülsenfrüchte könnten einen großen Unterschied bewirken. „Der größte Anteil der landwirtschaftlichen Emissionen stammt aus der Viehhaltung, etwa von Kühen und Schweinen, und aus dem Einsatz synthetischer Düngemittel auf Stickstoffbasis“, erläutert Pietro Iannetta, Agrarökologe am James-Hutton-Institut. „Hülsenfrüchte hingegen bieten eine nachhaltige Grundlage an Nährstoffen für Lebens- und Futtermittel, die auch als natürlicher Stickstoffdünger verwendet werden kann.“ In Europa besteht zwar eine große Nachfrage nach Hülsenfrüchten, doch leider werden sie größtenteils importiert, hauptsächlich in Form von Sojabohnen – und als Futtermittel. Zudem stammen sie häufig aus abgeholzten Regenwaldgebieten. „Die europäischen Agrar- und Lebensmittelsysteme sollten durch die Förderung des Anbaus heimischer Hülsenfrüchte breiter aufgestellt werden, um die Ernährungssicherheit zu erhöhen, die Umwelt zu schützen und eine Umstellung auf eine gesündere Ernährung zu fördern“, erklärt Iannetta. Dafür ist eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen den zahlreichen Beteiligten des Agrar- und Lebensmittelsektors erforderlich – eine Zusammenarbeit, die zum Teil durch das EU-finanzierte Projekt TRUE (Transition paths to sustainable legume-based systems in Europe) gestützt wird.

Auf dem Weg zu einem nachhaltigeren System

Im Mittelpunkt des Projekts steht der Wunsch, nachhaltigere, auf heimischen Hülsenfrüchten basierende Agrar- und Lebensmittelsysteme zu verwirklichen. „Das Fachwissen, der Wunsch und die Nachfrage nach solchen Systemen sind vorhanden“, sagt Projektkoordinator Iannetta. „TRUE hilft dabei, die relevanten Interessengruppen zu vernetzen und zu befähigen, durch Innovation und Zusammenarbeit die besten Ideen zur Schaffung dieser nachhaltigen Systeme zu ermitteln und umzusetzen.“ Obwohl das Projekt noch nicht abgeschlossen ist, hat es bereits große Fortschritte erzielt. Die wesentlichen Hindernisse und Chancen wurden erkannt und nützliche Instrumente für alle Beteiligte der Wertschöpfungskette entwickelt. Dazu gehören Instrumente für die Lebenszyklusanalyse und ein Entscheidungshilfesystem namens „Pathfinder“ – das erste Instrument für Unternehmen zur Bewertung der Nachhaltigkeit in der gesamten Wertschöpfungskette. TRUE hat mehrere innovative Produkte auf den Markt gebracht, wie z. B. den umfassend vermarkteten Nàdar Gin, bei dem Erbsen zur Herstellung von „klimafreundlichem“ Gin und proteinreichen Nebenprodukten eingesetzt werden. Das Projekt hat auch eine eigene Marke, CoolBeans®, gegründet und mehrere wissenschaftliche Artikel, Kurzdossiers und Berichte verfasst. Sogar eigene Kochbücher zu Hülsenfrüchten wurden veröffentlicht!

Über TRUE hinaus

Das Projekt war wesentlich in die Gründung mehrerer europaweiter Initiativen involviert. Eine davon ist das Legume Innovation Network (LIN). In Zusammenarbeit mit dem EU-finanzierten Projekt LEGVALUE zielt das LIN darauf ab, Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen, die sich mit Hülsenfrüchten beschäftigen, miteinander zu verbinden, um eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in Europa zu begünstigen. Das Projekt TRUE beteiligt sich außerdem am Crop Diversification Cluster (CDC), der Partnerorganisationen aus Europa zusammenbringt, um die Wirkung der Forschung zur Diversifizierung von Kulturpflanzen zu erhöhen und die Einführung innovativer Diversifizierungsmaßnahmen zu fördern. „Diese beiden Initiativen stellen sicher, dass die Arbeit, die wir im Rahmen des Projekts TRUE begonnen haben, eine kontinuierliche und bleibende Wirkung erzielt“, so Iannetta. „Ich hoffe, dass diese Initiativen die von TRUE ausgelöste Dynamik nutzen und weiterhin Innovationen in der nachhaltigen Landwirtschaft anregen.“ Das Projekt wirbt derzeit für seine Instrumente, Methoden und Strategien, die in neue Projekte mit Schwerpunkt auf Hülsenfrüchten einfließen könnten.

Schlüsselbegriffe

TRUE, nachhaltig, CoolBeans, Nàdar Gin, Landwirtschaft, Hülsenfrüchte, Agrar- und Lebensmittelsysteme, CO2-Fußabdruck

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